Ankündigungen
  
       


Gründung der Ken Whyld Association

Erste Etappe:
Besuch der Bibliotheca Augusta
in Wolfenbüttel

 


Bibliotheca Augusta

Herzog August Bibliothek, Wolfenbütte
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Rund 35 Schachfreunde aus nah und fern waren unserer Einladung nach Braunschweig gefolgt, um an der KWA-Gründungsveranstaltung teilzunehmen – die weiteste Anreise hatte der Fernschach-GM und Schachhändler Juan Morgado aus Buenos Aires auf sich genommen. Den programmgemäßen Auftakt bildete die mit Spannung erwartete Exkursion zur berühmten Herzog August Bibliothek im 15 km entfernten Wolfenbüttel, der ehemaligen Residenzstadt der Welfen. Diese Bibliothek stellt eine Quellensammlung zur europäischen Buchgeschichte vom Ausgang der Antike bis zur Gegenwart dar und hat sich zu einer Forschungs- und Studienstätte für europäische Kulturgeschichte entwickelt.




Die Teilnehmer vor dem Bibliothekseingang
(Größeres Bild)


Der herzlichen Begrüßung durch den Direktor der Bibliothek, Herrn Prof. Dr. Helwig Schmidt-Glintzer, folgte ein in Englisch gehaltener 20minütiger Einführungsvortrag von Frau Dr. Gillian Bepler. Hierzu entfaltete der als Kulissenbibliothek gestaltete große Bibliotheksaal eine wahrlich beeindruckende Wirkung. Ebenso überwältigend sind die Bestände: die Bibliothek umfasst ca. 850.000 Bände, darunter ca. 415.000 Drucke vor 1850: ca. 3.500 Inkunabeln, 75.000 Drucke des 16. Jahrhunderts, 150.000 Drucke des 17. Jahrhunderts, 120.000 Drucke des 18. Jahrhunderts.
Einen Einblick in die Geschichte der Herzog August Bibliothek erhalten Sie durch die Lektüre der folgenden Webseite: Kleine Geschichte der Bibliothek.




Frau Dr. Jill Bepler beim Vortrag ...


... und ihre interessierten Zuhörer


... diesmal aus
anderer Perspektive

Bodo Pawlik,
Günter Büsing,
Frank Schubert und
Bernd Ellinghoven
in zentraler Position



Die anschließende Führung, die in zwei Gruppen („englisch“ und „deutsch“) erfolgte, konnte sich schon wegen des beschränkten Zeitrahmens nur auf einen Teilbereich der Bibliothek erstrecken: neben dem „Globenraum“, der eine Sammlung alter Land- bzw. Weltkarten sowie Globen präsentierte, wurde natürlich der Raum mit den Schach-Exponaten zum bevorzugten Objekt der Besichtigung.



Tony Gillam,
Jurgen Stigter,
Frau Dr. Bepler und Calle Erlandsson

 

Ein Exemplar des „Gustavus Selenus“ (Das Schach- oder König-Spiel), des ersten gedruckten Schachbuchs in deutscher Sprache aus dem Jahre 1616, und das zugehörige Manuskript standen im Mittelpunkt einer kleinen Bücher- und Handschriften-Galerie mit erlesenen Raritäten zum Thema Schach und „Rhythmomachia“, dem uralten Zahlenspiel.


Henri Serruys,
Hans-Jürgen Fresen,
Matthias Limberg
und
Wolfgang Pähtz


Juan Morgado,
Henri Serruys,
Godehard Murkisch
und Peter Holmgren
(beide über die Glasvitrine gebeugt),
Günter Büsing und
Claes Løfgren



Ein massives und kunstloses Spielbrett („Klappkasten“) aus dem Besitz Herzog Augusts war ein weiterer Blickfang. Es diente wohl dem täglichen Gebrauch und ist auf der Oberseite mit einem Intarsien-Schachbrett versehen, auf der Unterseite befindet sich ein Mühlespiel; im Innenraum waren die (leider fehlenden) Spielsteine untergebracht, und die Innenseiten sind zu einer Tric-Trac-Spielfläche („Backgammon“) gestaltet.


Frau Dr. Bepler,
Tony Gillam und
Calle Erlandsson
am Spielbrett von
Herzog August


Ein Exponat von herausragender Bedeutung ist der Schachtisch des deutschen Dichters und Philosophen Gotthold Ephraim Lessing (22.01.1729 – 15.02.1781), der von 1770 bis zu seinem Tode in Wolfenbüttel lebte und als hauptamtlicher Bibliothekar an der Herzog August Bibliothek tätig war. Die Transkription einer Aufzeichnung über Lessings Schachtisch aus dem Jahre 1880 können Sie hier einsehen, dieser Brief wurde erst kürzlich in Privatbesitz entdeckt und gelangte über Vermittlung des Hauses Klittich-Pfankuch an die Bibliothek: Lessings Schachtisch


Herr Prof. Dr. Schmidt-Glintzer
und Herr Roger Klittich vor Lessings Schachtisch



Zum Abschluss der Führung, die bei den Gästen eine überaus positive Resonanz hervorgerufen hat und mit gebührendem Beifall quittiert wurde, sprach Michael Negele im Namen der Ken Whyld Association und aller Teilnehmer ein kurzes Dankeswort an unsere Gastgeber, Frau Dr. Jill Bepler und Herrn Prof. Dr. Helwig Schmidt-Glintzer sowie an Herrn Roger Klittich, der diesen Besuch so hervorragend organisierte.



Rolf Littorin,
Juan Morgado,
Peter Holmgren,
Roger Klittich,
Calle Erlandsson








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