Jay E. Whitehead

(* 12.10.1961 New York  † 4.10.2011 San Francisco)





Unser Mitglied John Donaldson informierte uns darüber, dass sein Freund, der Internationale Meister Jay Whitehead, in der letzten Woche verstorben ist. Nur wenige Tage vor seinem 50. Geburtstag hatte der Krebs ihn besiegt.

Jay Whitehead war nicht nur ein großes Schachtalent, das 1986 - also mit 25 Jahren - den IM-Titel erhielt, sondern auch ein herausragender Backgammon-Spieler. Aber bereits vor seinem 30. Geburtstag gab er das Turnierspiel auf, über die psychologischen Hintergründe zu diesem Schritt berichtete 1997 David Lazarus in seinem online-Beitrag Pawns of the Game - Love, obsession, madness, and other matters of chess (siehe 2. Hälfte des Artikels), der auch weitere Details über Jay und seinen älteren Bruder Paul (einem vergleichbaren Schachtalent) enthält. Bereits zuvor (1984) hatte sich Jay Whitehead der Hare Krishna-Sekte angeschlossen.

In den beiden letzten Jahrzehnten seines Lebens hat sich Jay Whitehead der historischen Schachforschung zugewandt und Partien aus dem 19. Jahrhundert - d.h. vor 1867 - gesammelt, die er in einer Datenbank erfasste. Das Projekt stellte er seinerzeit selbst auf der Seite Definitive Work on Chess History in Progress! vor. Weitere aktuelle Informationen hierzu gibt es im mail von John Donaldson (4.10.2011), der uns gleichzeitig Jays Datenbank im CBV-Format (1,5 MB) und PGN-Format (8,7 MB) zur Verfügung stellte.

Ein weiteres mail mit zwei historischen Fotos, die wir unten reproduziert haben, schickte uns Mark Ginsburg. Er erzählt u.a., wie es zur Teilnahme am Lugano-Open 1984 gekommen ist: mail von Mark Ginsburg (5.10.2011), ebenso Mark Ginsburgs A Personal Chess History: The Fabulous 80s: Lugano, Switzerland.








Foto von der US-Juniormeisterschaft 1978
Von links: NM Tom Costigan, Jay Whitehead, Yasser Seirawan, Michael Rohde,
Paul Whitehead, Steve Odendahl, Mark Ginsburg und John Fedorowicz.

Foto vom Lugano-Open 1984: Jay Whitehead (mit dem
Rücken zur Kamera) analysiert mit Viktor Kortschnoi. Links
von Kortschnoi Boris Spasski und Florin Gheorghiu, zwischen
Spasski und Kortschnoi Sergei Kudrin.
(Foto von Catherine Jaeg)



Weitere Nachrufe auf Jay Whitehead veröffentlichte die United States Chess Federation (auf main.uschess.org/..., mit einem jüngeren Foto von Jay) und Dennis Monokroussos auf seinem Chess Mind Blog (www.thechessmind.net/blog/...).


                             RJB, 9.10.2011