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Jubilare des Monats
Juli 2004 (Fortsetzung)

Ein echtes Jubiläum ist nun in Sicht, der bekannte und allseits beliebte Schachhändler, -verleger, –journalist und –autor Manfred Mädler hat am 15. Juli das 70. Lebensjahr vollendet. Er ist als einziger übriggeblieben von der alten Garde deutscher Schachhändler wie Rudi Schmaus und Kurt Rattmann, und auch die Jahrhundertflut im August 2002 konnte das Schachhaus Mädler in Dresden nicht ernsthaft gefährden. So manches ist über meinen Freund Manfred zu Papier gebracht worden, vor nicht allzu langer Zeit noch in der Zeitschrift KARL, wo (in Heft 02/01) über seine Sammlung von Schachuhren und die Geschichte der Bedenkzeitmessung berichtet wird; und nicht zu vergessen der lesenswerte Artikel in Heft 1/2002, wo einige Kuriositäten und Anekdoten aus seinem reichhaltigen Schachleben zum Besten gegeben werden.

Geboren ist Manfred in Dresden und daselbst in den harten Kriegs- und Nachkriegsjahren aufgewachsen. Als Elfjähriger wurde er vom Schach-Virus infiziert, der bekannte Dresdner Problemist Hans Vetter, der sein Schachlehrer wurde, hat dazu beigetragen, dass es ihn nicht mehr losließ. In familiärer Tradition zum Eisenwaren-Kaufmann ausgebildet, verließ Manfred Ende Oktober 1952 – als 18-jähriger – seine Dresdner Heimat, die ihm beruflich keine Perspektiven bot, um im Westen sein Glück zu suchen – zuerst in der Pfalz, danach ins hessische Darmstadt, später nach Kiel, in die Schweiz (nach Zürich und Bern), später auch für 2 Jahre nach Schweden (Stockholm), daselbst half er der FIDE beim Aufbau einer Schachbibliothek. Der Wechsel zum Schach als Broterwerb vollzog sich allmählich mit dem Niedergang des Einzelhandels in seiner Branche, 1972 wurde das Schachhaus Mädler in Lübeck gegründet, weitere Stationen waren bekanntlich Düsseldorf (1975-1996) und ab 1996 Dresden – nach 44 Jahren als „Weltenbummler“ ist er zu seinen Wurzeln zurückgekehrt: in seinem Elternhaus, einer alten Villa im Stadtteil Blasewitz, hat er nicht nur zusammen mit seiner Frau Monika den Schach-Einzelhandel weitergeführt, sondern durch Einstieg in den Großhandel auch weitere Existenzsicherung betrieben.

Außerordentliches hat Manfred über Jahrzehnte geleistet, um das Schachleben in Deutschland zu (re-)aktivieren: über 30 Jahre hat er Schachkurse an der Volkshochschule gehalten, seine (Partien-) Schachspalte im STERN lief über 20 Jahre, zahlreiche Seminare und Wochenkurse für Schachfreunde (verbunden mit zusätzlichen Stimulanzien wie Wandern und Weinproben) kamen hinzu. Manfreds besondere Vorliebe gilt allerdings seit jeher dem Fernschach, hier entwickelte er sich zu einem der stärksten deutschen Meister; den fälligen IM-Titel konnte er zu einer Zeit (1968) erringen, in der es noch keine Schachcomputer gab und die allgemeine Titel-Inflation noch nicht eingesetzt hatte. Seinerzeit hat er den Einzug in die Finalgruppe der V. FS-Weltmeisterschaft (1965-68) nur denkbar knapp verpasst: seine letzte Vorgruppen-Partie gegen Hans Berliner verlor er aufgrund einer Ungenauigkeit im Endspiel – ohne diesen mühsam errungenen Sieg wäre Berliner in der Vorgruppe gescheitert. Es ist ein wenig schicksalhaft, dass Manfred gerade mit dieser Verlustpartie in die FS-Geschichte eingegangen ist. Aber seiner andauernden Begeisterung für das Fernschach tat dies keinen Abbruch, und bis heute gehört der Besuch der jährlichen deutschen Fernschachtreffen zu seinen (angenehmen) Pflichtübungen.

Meine – zuerst Bekanntschaft, dann Freundschaft mit Manfred währt nun über 10 Jahre, und wir niederrheinischen Schachfreunde haben es sehr bedauert, als er 1996 nach Dresden wechselte. Noch heute ist uns sein Düsseldorfer Schachgeschäft mit dem darüber angesiedelten Antiquariat in bester Erinnerung, denn oft hat es uns als willkommenes Refugium nach den Unerfreulichkeiten des Alltags gedient - die persönliche Begegnung mit Manfred war hierbei immer essentiell, denn er war der „gute Geist“ des Schachhauses und versorgte seine Besucher mit stets neuen Anekdoten aus einem schier unerschöpflich scheinenden Fundus. Wir, d. h. die Schachfreunde Michael Negele und Hans-Georg Kleinhenz sowie ich selbst haben die Mädlers dann mehrfach im schönen Elbflorenz besucht, auch hier sind die kurzweiligen Abende in geselliger Runde, besonders im „Gelbfüßler“, unvergessen.

Lieber Manfred, wir freuen uns sehr – ich darf hier wohl unsere KWA-Freunde einschließen, Dich bei unserem Treffen in Forchheim wiederzusehen. Zu Deinem Ehrentag wünschen wir Dir alles erdenklich Gute und weitere Jahrzehnte ungebrochener Schaffenskraft und Lebensfreude! (R.B.)

PS: Ein Foto von Manfred Mädler finden Sie auf dieser Seite: 125 Jahre DSB - Jubiläumsfeier in Leipzig 11. Mai 2002.


Ins holländische Leiden geht unser letzter Geburtstagsgruß: Jan Postma wurde am 26. Juli 58 Jahre alt. Er ist uns als eifriger Nutzer und Unterstützer der Königlichen Bibliothek in Den Haag bekannt, über die dort ablaufende Umstrukturierung ist er daher nicht sehr glücklich.


Allen Jubilaren herzliche Glückwünsche!


 


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