Ankündigungen

 




Zur 5-jährigen Jubelfeier
der KWA in Braunschweig



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Zum Stiftungsfest anlässlich des 5-jährigen Bestehens unserer Vereinigung hatte das wohlbekannte Auktionshaus Klittich-Pfankuch nach Braunschweig eingeladen, mit einer kleinen Feier sowie einem auf die Schachinteressen der Teilnehmer zugeschnittenen Rahmenprogramm sollte am 7. November dieses Ereignis gebührend begangen werden. Um es vorwegzunehmen, unseren Gastgebern ist die Umsetzung ihrer Absichten vortrefflich gelungen, eine schönere Einstimmung auf die nachfolgenden Veranstaltungen in Dresden und Breslau hätte man sich nicht wünschen können.

Bereits ab 11 Uhr vormittags bot sich die Gelegenheit, im Auktionssaal am Theaterwall 17 die Bücher und Memorabilia in Augenschein zu nehmen, die am 29. November zur Versteigerung gelangen sollen (siehe unsere diesbezügliche Ankündigung), diese Möglichkeit wurde von zahlreichen Mitgliedern eifrig genutzt. Den eigentlichen Auftakt zu unserer Veranstaltung bildete dann der Besuch des Braunschweiger Landesmuseums, wo uns gegen 15.30 Uhr die Ausstellung "Curiose Welfen, welfische Curiositäten" erwartete ...



KWA-Quartett vor dem Museum

Ein KWA-Quartett wartet vor dem Museum auf den "Startschuss":
(von links) Gunnar Finnlaugsson, Tony Gillam, Andreas Saremba,
Bob van de Velde
 

 

Die Führung durch die Ausstellung konzentrierte sich auf die Schachschätze, die aus der Wolfenbütteler "Bibliotheca Augusta" überführt worden waren, im Mittelpunkt stand natürlich das erste Schachlehrbuch in deutscher Sprache, das berühmte Schach- oder König-Spiel von Gustavus Selenus, erschienen im Jahre 1616 in Leipzig.


Im Bild rechts das Titelblatt des Buches im Großformat, davor ein Original-SELENUS als Exponat.
Gustavus Selenus im Großformat



Roger Klittich & Dr. Heitzmann

Unser großzügiger Gastgeber Roger Klittich (links) mit Herrn Dr. Heitzmann
von der Herzog-August-Bibliothek, der die Führung besorgte und interessante Hintergrundinformationen über den SELENUS lieferte.
 



Es ist bekannt, dass sich hinter dem Pseudonym Gustavus Selenus Herzog August d. J. von Braunschweig-Lüneburg verbarg. Weniger bekannt ist, wie das Pseudonym zu erklären ist: so ist Gustavus praktisch ein Anagramm von Augustus und Selenus ist abzuleiten von griech. selēnē = Mond, lat. "luna", was wiederum auf Lunaeburgum = Lüneburg verweisen soll.

Selenus hat sich nicht nur mit Schach, sondern auch intensiv mit Geheimschriften befasst, so dass es nicht wundert, wenn er seine Identität als Autor durch ein Kryptonym zu verschleiern suchte.



 
G. Finnlaugsson

Gunnar Finnlaugsson vor der vergrößerten Darstellung
einer berühmten Kupfertafel (aus der Werkstatt des
Straßburger Kupferstechers Jacob van der Heyden) ...


Kupfertafel im Original-Selenus

... die sich im "SELENUS" an zentraler Stelle wiederfindet.
 



Interessanterweise enthält der Titelkupferstich des "Selenus" eine Reihe allegorischer Darstellungen mit Motiven aus der altgriechischen Mythologie, als "Stichworte" seien nur Palamedes, Odysseus und der Trojanische Krieg erwähnt. Im unteren Teil des Titelblatts tritt der Herzog als Kolumbus auf, der in eine Diskussion mit spanischen Edelleuten verstrickt ist, sogar das "Ei des Kolumbus" feiert fröhliche Urständ. Eine ausführliche Darstellung können wir an dieser Stelle nicht geben, aber der Wissensdurstige erfährt wesentlich mehr auf dieser Webseite der Lippischen Landesbibliothek Detmold: 'Schach dem Herzog!'




Dr. Heitzmann

Dr. Christian Heitzmann, dessen kundiger Führung wir eine Mehrung
unseres Wissens über (den) "Selenus" verdanken.
 



 
Domenico Tarsia: Il giuoco degli scacchi ...

Domenico Tarsia: Il giuoco de gli scacchi (Venetia, 1584)


Herzog August hatte bei der Abfassung seines Werkes wesentlich auf die damals vorhandene Schachliteratur zurückgegriffen und diese auch erworben, hierzu gehörte vornehmlich das oben abgebildete Buch des Domenico Tarsia, das nichts anderes darstellt als die italienische Übersetzung des berühmten Werkes von Ruy López de Segura aus dem Jahre 1561, Libro de la invención liberal y arte del juego del Axedrez.



Selenus-Manuskript

Natürlich hatte Herzog August sein Buch vor der Drucklegung in
Manuskript-Form niedergeschrieben, auch diese Fassung gehört
zum Bestand der Bibliotheca Augusta.
 



 
alte Diagramm-Darstellung

Die Aufnahme von Diagrammen (damals mit Buchstaben"symbolen" für die Figuren)
erhöhte merklich die Attraktivität des Buchs, aber zugleich dessen Herstellkosten.





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