Danach präsentierte der unverwüstliche
Prof. Carlo Alberto Pagni (*1931!) die Resultate seiner jüngsten
(mit Unterstützung von Tony Gillam erarbeiteten) "Funde":
A short history of chess games by telephone - Schon 1877 wurden erste
Schachpartien per Telefon gespielt, wohl in erster Linie, um dieses neue
Kommunikationsmedium "populär" zu machen. Durch den souveränen
Vortragsstil von Carlo Pagni konnten wir etliches an Zeit aufholen; besonders
erfreulich war, dass mit seinem Beitrag auch Tony Gillam zumindest indirekt
bei uns in Venedig dabei war. Der hohe EURO-Kurs und seine Entscheidung,
das Geld lieber in Schachbücher zu investieren, haben das geplante
Kommen von "The Chess Player" aus Nottingham schließlich
verhindert.
Carlo Alberto Pagni |
Telefon-Partie,
gespielt in der Nähe von New York. Die Gegner waren etwa 1 Meile
voneinander entfernt.
Beratende (Dr. White , Mr. Treadwell) gegen Mr. A. Douglas.
Aus Turf, Field and Farm
vom 5. Oktober 1877
(Archiv Andy Ansel) |
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Zwei Artikel zu frühen Fernschach-Turnieren
in Italien aus der Feder von Carlo Alberto Pagni erschienen 2006 in Scacchi
e Scienze Applicate - hier jeweils die erste Seite dieser Beiträge:
SSA,
Fasc. 25, S. 3 und SSA,
Fasc. 25, S. 12 (als jpg-Dateien).
Hans Ellinger und Toni Preziuso |
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Es ist immer eine schwierige Situation, den letzten Vortrag halten zu
dürfen – mein Freund Toni Preziuso überließ allen
den Vortritt und stellte uns sehr eindrucksvoll sein Rubinstein-Biographieprojekt
vor. Seine Argumentation, warum überhaupt eine weitere Rubinstein-Abhandlung
notwendig erscheint und wie er diese "interpretieren" will,
hat bis weit nach Mittag einige Gemüter bewegt – beim Abschiedsessen,
natürlich im "Diana".
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Ein
Auf und Ab - die Lebenslinie von Akiba Rubinstein. |
Alessandro Sanvito überließ es zuvor
großzügig Luca D'Ambrosio, also der "nächsten Generation",
die Schlussworte für unsere Veranstaltung zu finden, der diese Aufgabe
mit Bravur meisterte.
Mir bleibt nur noch zu schreiben: Arrivederci Venezia 2008 – Arriba
Valéncia 2009 (Miquel Artigas hat mir mittlerweile bereits die
Unterstützung für ein regionales Treffen im Frühjahr 2009
in Spanien zugesagt).
Aus meiner persönlichen Kommunikation
hier noch eine Nachbetrachtung von Luca D'Ambrosio:
Als begieriger Leser italienischer und deutscher Schachliteratur hatte
ich sehr oft den Eindruck, dass sich diese beiden geographisch so nahen
Schachwelten eigentlich kaum kennen. Eine Ausnahme bilden natürlich
einzelne, begnadete Forscher. Die Hürde ist klarerweise die Sprache:
Italiener sind überwiegend einsprachig, und wenn einmal eine Fremdsprache
bekannt ist, dann meist Französisch oder Englisch. Die Folge: Ein
großer Teil der deutschen Schachliteratur, der alten aber auch der
neuen, ist den Italienern unbekannt.
Umgekehrt gilt fast dasselbe: Wer kann in Deutschland
schon so gut Italienisch um die Arbeiten eines Chicco gut zu verstehen,
um nur ein Beispiel zu nennen.
Was mich in Venedig gefreut hat, ist dass sich
diese zwei Welten (meine Welten!) etwas näher gekommen sind. So finde
ich es z.B. gut, in Italien das Fortschreiten der Lasker-Biographie darzustellen,
die Festschriften vorzustellen, aber auch umgekehrt zu erwähnen,
woran hierzulande gerade gearbeitet wird.
Vielleicht liege ich mit diesen Überlegungen
falsch, ich lasse mich gern belehren, aber so habe ich es jedenfalls empfunden.
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